Im Südsudan gibt es eine formelle Polizei und Gerichte, doch die Reaktion auf Kriminalität ist zersplittert und der Zugang hängt vom Ort ab. Der South Sudan National Police Service (Nationaler Polizeidienst des Südsudan, SSNPS), die Justiz, das Ministerium für Justiz und Verfassungsangelegenheiten sowie Behörden der Bundesstaaten und Counties sind für Ermittlungen, Strafverfolgung und Schutz zuständig. Die Mission der Vereinten Nationen im Südsudan (UNMISS) und die UN-Polizei (UNPOL) leisten unterstützende Arbeit, etwa durch Patrouillen, kommunale Polizeiarbeit, Menschenrechtshilfe, Unterstützung bei Ermittlungen und Fallaufbereitung. Sie ersetzen die nationalen Behörden jedoch nicht. In Juba und anderen städtischen Gebieten bestehen Risiken durch bewaffnete Raubüberfälle, Körperverletzung, Carjacking, Einbrüche, Schießereien, Taschendiebstahl, Diebstahl und Betrug. Außerhalb von Juba sind Straßenüberfälle, Entführungen, bewaffnete Gruppen und Viehdiebstahl große Gefahren. Entführungen, Racheangriffe und Gewalt zwischen Gemeinschaften können Frauen und Kinder betreffen. Geschlechtsspezifische Gewalt kann Vergewaltigung, Gruppenvergewaltigung, sexuelle Versklavung und Zwangsheirat umfassen. Menschenhandel, Rekrutierung von Kindern, Kinderehen und Zwangsarbeit kommen ebenfalls im weiteren Schutzkontext vor. Die Sicherheitslage kann sich rasch ändern. Vermeide unnötige Bewegungen bei Nacht, Alleingänge zu Fuß und öffentliche Verkehrsmittel, wenn sicherere Transportmöglichkeiten verfügbar sind. Minibusse, Kleinbusse und Motorradtaxis (Boda-Boda) können Fahrgäste zusätzlichen Risiken aussetzen. Nutze nach Möglichkeit vorab organisierte private Transportmittel, fahre auf Hauptstraßen wie der Straße Juba–Nimule nur tagsüber und mit einem Sicherheitsplan, halte Fahrzeugtüren verriegelt und öffne Fenster nur einen Spalt. Meide Proteste und große Versammlungen und halte einen Plan für Schutz, Ausstieg und Kommunikation bereit. Kontrollpunkte sind häufig und können offiziell, inoffiziell oder betrügerisch sein. Versuche nicht, sie zu umgehen. Befolge ruhig die Anweisungen, zeige verlangte Ausweispapiere vor und führe Kopien mit, während du Originaldokumente bei dir behältst. Gib keine Originale aus der Hand. Wird ein Kontrollpunkt oder eine Menschenmenge bedrohlich, verlasse den Bereich, sobald dies sicher möglich ist, und kontaktiere die nächste Station oder den nächsten Polizeiposten des SSNPS, statt die beteiligten Personen zur Rede zu stellen. Berühre keine verdächtigen Gegenstände oder mögliche Blindgänger. Die Polizeirufnummer 777 und die Hotline für häusliche Gewalt 623 sind gebührenfrei; ein durchgehend zuverlässiges landesweites Notfall- und Meldesystem gibt es jedoch nicht. Betroffene und Zeugen können sich an die nächstgelegene SSNPS-Station oder einen Polizeiposten wenden. Verkehrsunfälle mit Verletzten oder Todesopfern sollten umgehend gemeldet werden. Nenne Ort, Zeitpunkt, beteiligte Personen, Verletzungen, Fahrzeugangaben und verfügbare Belege. Ermittlungen können zu Strafverfolgung und Gerichtsverfahren führen; Verzögerungen, lange Untersuchungshaft und Rückstände bei Fällen sind dokumentiert. Mobile Gerichte können Entfernung und Rückstände teilweise verringern. Gewohnheitsgerichte und Mediation in Gemeinschaften sind lokal weiterhin relevant, ersetzen aber bei schwerer Gewalt oder geschlechtsspezifischer Gewalt keine verlässliche Bearbeitung. Militärgerichte sind für uniformiertes Personal zuständig, nicht für die allgemeine Bevölkerung. Überlebende geschlechtsspezifischer Gewalt können medizinische, psychologische, rechtliche und Überweisungsunterstützung über One-Stop Centers und Family Protection Centres erhalten, sofern solche Angebote verfügbar sind. Das Family Protection Centre am Juba Teaching Hospital bietet Behandlung nach Vergewaltigung, psychologische Erste Hilfe, Beratung und rechtliche Unterstützung. Außerhalb größerer Orte ist das Angebot uneinheitlich. Stigmatisierung, Angst, Transportprobleme, schwache Kommunikation und Finanzierungslücken können Meldungen verhindern. Medizinische Behandlung kann kostenpflichtig sein. Unterstützte Rechtsberatung ist häufig kostenlos, aber nicht überall garantiert; erkundige dich beim Anbieter nach aktuellem Zugang sowie Unterstützung für Transport und Unterkunft. Das Child Act 2008 sieht zusätzliche Schutzmaßnahmen für Kinder vor. Ein Kind in Polizeigewahrsam hat Anspruch auf Rechtsbeistand und kann Beschwerde einlegen; die Polizei sollte Eltern oder Erziehungsberechtigte und eine Sozialarbeiterin oder einen Sozialarbeiter benachrichtigen. Wenn das Kind eine Verletzung meldet, sollte eine medizinische Untersuchung veranlasst werden. Alternativen zu Festnahme, Diversion und restorative justice (Wiedergutmachung statt Strafverfolgung) können zum Einsatz kommen, ihre Umsetzung ist jedoch uneinheitlich. Kinderschutzpartner bieten möglicherweise Fallbetreuung, Familiensuche und Wiedervereinigung sowie kinderfreundliche Räume an, doch diese Dienste sind nicht überall verfügbar. Digitale Vorfälle können beim South Sudan Computer Incident Response Team (Reaktionsteam für Computerzwischenfälle des Südsudan, SS-CIRT) gemeldet werden. Es ist die nationale Anlaufstelle für Cybervorfälle unter der National Communication Authority (NCA) und über Hotline, E-Mail oder das Onlineformular unter cirt.gov.ss erreichbar. SS-CIRT prüft Meldungen, analysiert Vorfälle und unterstützt Eindämmung und Wiederherstellung. Der Dienst ist in erster Linie für die Reaktion auf Vorfälle zuständig; eine mutmaßliche Straftat muss möglicherweise zusätzlich beim SSNPS angezeigt werden. Ein landesweiter digitaler Opferhilfsdienst oder eine garantierte Weiterleitung an die Polizei ist nicht belegt. Veröffentlichte Zahlen zu Gewalt müssen vorsichtig interpretiert werden. UNMISS verzeichnete 2024 1.019 konfliktbedingte Gewaltereignisse, von denen 3.657 Zivilpersonen betroffen waren, darunter 1.561 Tote, 1.299 Verletzte, 551 Entführungen und 246 Fälle konfliktbedingter sexueller Gewalt. Im dritten Quartal 2025 verzeichnete die Organisation 295 Ereignisse mit 1.153 betroffenen Zivilpersonen, darunter 519 Tote, 396 Verletzte, 159 Entführungen und 79 Fälle konfliktbedingter sexueller Gewalt. Diese Zahlen sind Schutz- und Gewaltindikatoren, keine vollständige nationale Kriminalitätsrate. Die Kriminalitätsdatenbank des Nationalen Statistikamts wurde noch aktualisiert; landesweite Vergleiche sind daher begrenzt.
Kriminalität im Südsudan
Die Kriminalitätsrisiken im Südsudan unterscheiden sich stark zwischen Juba, anderen Städten und Landstraßen. In Juba bestehen hohe Risiken durch bewaffnete Raubüberfälle, Körperverletzung, Carjacking, Einbrüche, Schießereien, Diebstahl und Betrug. Reisen außerhalb städtischer Gebiete können mit Hinterhalten, Entführungen, bewaffneten Gruppen und Viehdiebstahl verbunden sein. Nachtfahrten, öffentlicher Verkehr und informelle Kontrollpunkte schaffen zusätzliche Gefahren. Polizei, Gerichte, spezialisierte Dienste und Gemeinschaftskanäle bieten Melde- und Unterstützungswege, deren Verfügbarkeit und Reaktion je nach Bundesstaat, County und Sicherheitslage stark variieren.
VivAVia kann Fehler machen. Überprüfe wichtige Informationen.

