Das traditionelle Leben in Turkmenistan umfasst jährliche Feiern, Bräuche an wichtigen Lebensstationen, Familienpraktiken, Kleidung, Musik, mündliches Erzählen, Handwerk und regionale Formen. Die fünf Welayate oder Regionen sind Ahal, Balkan, Dashoguz, Lebap und Mary; hinzu kommt Ashgabat. Regionale Unterschiede prägen Teppichmuster, Stickerei, Schmuck, Filzarbeiten, Töpferei, Musik und die Präsentation von Bräuchen bei öffentlichen Veranstaltungen. Nowruz Bayramy, auch Nationales Frühlingsfest genannt, wird am 21. und 22. März in ganz Turkmenistan gefeiert. Der wichtigste öffentliche Veranstaltungsort ist Nowruz ýaýlasy im Etrap Ak Bugday in Ahal. Zu den Bräuchen gehören das Reinigen von Haus und Hof, die Zubereitung von Semeni und anderen Festgerichten, Gastfreundschaft, Geschenke, Schaukeln, das Überspringen von Feuer, Jurten, Volksspiele, Musik und Vorführungen des Kunsthandwerks. Speisen werden hier als bedeutungstragende Festtradition behandelt; ausführliche Kochpraktiken gehören zum Thema Ernährung. Hochzeiten heißen turkmen toy. Zu den Bräuchen können die Ankunft der Braut im Haus des Bräutigams, ein geschmückter Kamelumzug namens gelinalyjy, handgefertigte Geschenke, Musik, Kushtdepdi und geschmückte Achal-Tekkiner gehören. Das düýpli gyňaç ersetzt eine Mädchenkopfbedeckung durch die Kopfbedeckung verheirateter Frauen. Ein Hochzeitsbrauch ersetzt nicht die förmliche staatliche Eheschließung, die weiterhin den rechtlichen Akt darstellt. Teppichknüpfen ist ein bedeutender Ausdruck turkmenischer Identität und Einheit. Turkmenische Teppiche werden aus Wolle oder Seide auf horizontalen oder vertikalen Webstühlen handgeknüpft; Muster, Farben und Materialien spiegeln regionale und ökologische Traditionen wider. Fünf Haupt-Göls werden den Traditionen der Akhalteke, Salyr, Ersars, Chovdur und Yomut zugeordnet. Zum Tag des turkmenischen Teppichs gehören Ausstellungen, Vorführungen, Wettbewerbe und Ehrungen, unter anderem im Nationalmuseum für turkmenische Teppiche und durch den Staatsverband Türkmenhaly. Teppiche können Geburt, Hochzeit, Gebet oder Trauer begleiten; Gebets- und Trauerteppiche werden hier als Traditionsgegenstände behandelt, nicht als Ersatz für religiöse Lehre oder religiöses Recht. Turkmenische Stickerei verwendet geschichtete Seidenfadentechniken mit regionalen Stichen und Motiven. Sie kommt bei Hochzeits- und Trauerkleidung, kulturellen Veranstaltungen und Alltagskleidung vor. Zur traditionellen Kleidung gehören don, koynek, chavyt, kurta, chyrpy, tahya, düýpli gyňaç und börük oder topby. Seide, Baumwolle, Kamelwolle und Schafwolle sind übliche Materialien; Silberschmuck und Karneol tragen regionale und soziale Bedeutungen. Mäntel können Ehre und Respekt ausdrücken. Frauen und Mädchen haben Stickerei oft innerhalb der Familie weitergegeben; das Erlernen ist jedoch nicht auf ein Alter oder Geschlecht beschränkt. Musik und mündliche Tradition umfassen die Dutar, eine zweisaitige Langhalslaute, Dutar-Spiel, Bagshy-Gesang und die Arbeit eines dessanchy bagshy, der episches Erzählen, Poesie, Prosa und vokale Improvisation verbindet. Görogly bewahrt durch Aufführungen mit Dutar und Gyjak Geschichten, Werte und Identität. Kushtdepdi verbindet improvisierte gute Wünsche mit abgestimmten Worten, Gesten und Schritten und wird bei Zeremonien, Hochzeiten, nationalen Feiern und anderen Zusammenkünften aufgeführt. Weitere Handwerke sind Seidenherstellung aus Maulbeerbäumen und Seidenraupen, Filzprodukte wie keche und koshma, Schmuckherstellung – zergärçilik genannt –, Töpferei, Flechtarbeiten aus Schilf und Instrumentenbau. Zu den Achal-Teke-Traditionen gehören Namensgebung, Reiten, Rennen, Schönheitswettbewerbe und das Schmücken von Pferden; zu den Alabay-Traditionen gehören Geburt und Namensgebung von Welpen, Schutzamulette, familiäre Weitergabe, Züchtervereine und Wettbewerbe. Wissen wird durch Familien, Meister, Auszubildende, Gemeinschaften, Schulen, Museen, Werkstätten und Reitzentren weitergegeben. Die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) führt turkmenische Traditionen wie Görogly, Kushtdepdi, traditionelle turkmenische Teppichherstellung, Dutar-Bau und traditionelle Musikaufführung, Seidenraupenzucht und Seidenproduktion, turkmenische Stickerei, Anekdoten über Nasreddin Hodja, Zucht und Schmücken der Achal-Teke-Pferde, Nowruz und die Zucht des turkmenischen Alabay auf. Eine Nominierung von 2026 zu Geburts- und Kindheitstraditionen befindet sich noch in Vorbereitung und ist noch nicht eingetragen. Das Kulturministerium, die Abteilung beziehungsweise das Büro für immaterielles Kulturerbe, die Nationale UNESCO-Kommission, Museen, Türkmenhaly, Kulturabteilungen der Welayate, Kunstschulen und die Träger der Traditionen unterstützen Dokumentation, Bewahrung, Vermittlung und öffentliche Präsentation. Der kulturelle Rechtsrahmen Turkmenistans umfasst das Kulturgesetz von 2013, das 2012 eingerichtete nationale Verzeichnis, die 2014 gegründete zuständige Abteilung und das Gesetz zum Schutz des nationalen immateriellen Kulturerbes von 2015. Diese Maßnahmen unterstützen kulturelle Rechte und Erhalt; eine allgemeine gesetzliche Pflicht zur Ausübung traditioneller Praktiken ist jedoch nicht festgelegt. Private Rituale können starken sozialen Erwartungen unterliegen, ihre rechtliche Wirkung ist jedoch unterschiedlich. Öffentliche Feste und Kulturprogramme sind grundsätzlich landesweit zugänglich; private Hochzeiten, Familienrituale, Handwerk, Schmuck und Teppiche unterscheiden sich nach Kosten und Zeitpunkt. Die Quellen legen weder eine allgemeine Eintrittsgebühr noch landesweite Teilnahmetarife fest. Traditionen entwickeln sich durch UNESCO-Anerkennung, Verzeichnisse, Museen, Wettbewerbe, Tourismus, staatliche Feste, moderne Textilproduktion und zeitgenössisches Design weiter.
Traditionen in Turkmenistan
Traditionen in Turkmenistan sind überlieferte, wiederkehrende Praktiken und Symbole, die durch Familien, Gemeinschaften, Ausbildung bei erfahrenen Handwerkern und kulturelle Einrichtungen weitergegeben werden. Dazu gehören Nowruz-Feiern, Hochzeiten, Familienrituale, Teppichknüpfen, Stickerei, Nationaltracht, Dutar-Musik, episches Erzählen, Pferde- und Hundezucht, Schmuck und regionale Handwerke. Nowruz Bayramy findet am 21. und 22. März statt; der Tag des turkmenischen Teppichs wird am letzten Sonntag im Mai begangen. Diese Praktiken sind lebendig und entwickeln sich durch Festivals, Museen, Wettbewerbe, Schulen und zeitgenössische Herstellung weiter.
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