Das Department of Labour and Employment Services (DOLES) ist für die Durchsetzung des Arbeitsrechts, Kontrollen, Löhne, Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz sowie Arbeitsbeziehungen zuständig. Der Arbeitskommissar und Arbeitsbeauftragte nehmen Beschwerden entgegen, untersuchen Probleme am Arbeitsplatz und unterstützen die Schlichtung. Das Trade Dispute Tribunal entscheidet über formelle Beschäftigungsstreitigkeiten; der Supreme Court und das Court of Appeal behandeln Klagen vor Gericht, Berufungen und bestimmte Kündigungsstreitigkeiten. Für Beschäftigung im öffentlichen Dienst können außerdem Vorschriften der Public Service Commission und des Government Remuneration Tribunal gelten. Ein Arbeitsvertrag kann mündlich oder schriftlich sein. Ein schriftlicher Vertrag ist erforderlich, wenn eine Befristung länger als sechs Monate dauert oder die Arbeit außerhalb des gewöhnlichen Wohnorts der beschäftigten Person ausgeführt wird. Er sollte Parteien, Aufgaben, Lohn und Zahlungsweise sowie gegebenenfalls Unterkunft, Verpflegung, Transport und Rückführung nennen. Ein Vertrag darf höchstens drei Jahre dauern. Die Probezeit darf drei Monate dauern, kann nicht verlängert oder erneuert werden, und währenddessen kann jede Partei ohne Kündigungsfrist kündigen. Arbeitgeber müssen Löhne spätestens acht Tage nach Ende des jeweiligen Zahlungszeitraums zahlen. Lohn-, Stunden- und Tagesbeschäftigte werden im Allgemeinen alle 15 Tage bezahlt, Angestellte mit Monatsgehalt gewöhnlich monatlich. Der geltende Mindestlohn beträgt 300 VT pro Stunde. Das gesetzliche monatliche Äquivalent beträgt 52.800 VT, berechnet anhand von 22 Arbeitstagen zu acht Stunden; Vanuatu hat jedoch keinen einheitlichen allgemeinen gesetzlichen Monatslohn. Ausnahmen können für bestimmte Gruppen wie saisonale Kopraschneider, Studierende und Kinder gelten. Abzüge dürfen Arbeitgeber nur vornehmen, wenn sie gesetzlich vorgesehen oder von der beschäftigten Person genehmigt sind; manche Abzüge sind auf ein Drittel des Lohns begrenzt. Eine Lohnforderung verjährt im Allgemeinen drei Jahre nach Ende des maßgeblichen Zahlungszeitraums. Unter den gesetzlich vorgesehenen Umständen haben Lohnforderungen Vorrang vor Forderungen von Lieferanten. Der Vanuatu National Provident Fund (VNPF) ist ein verpflichtendes, beschäftigungsbezogenes Altersvorsorgesystem. Die Pflichtmitgliedschaft gilt im Allgemeinen ab dem Alter von 14 bis zum Alter von 55 Jahren. Seit Januar 2026 beträgt der Beitragssatz zwölf Prozent der Vergütung; je sechs Prozent tragen beschäftigte Person und Arbeitgeber. Ein Arbeitgeber muss sich innerhalb von sieben Tagen nach Betriebsbeginn anmelden; eine beschäftigte Person muss innerhalb von 14 Tagen nach Arbeitsbeginn registriert werden. Beiträge sind bis zum Ende des Folgemonats fällig. Bei verspäteter Zahlung fällt ein Zuschlag von fünf Prozent pro Monat an. Ältere VNPF-Webseiten nennen möglicherweise weiterhin den früheren Satz von acht Prozent; für den aktuellen Satz sind die neuesten offiziellen VNPF-Informationen maßgeblich. Die normale Arbeitszeit ist auf 44 Stunden und sechs Tage pro Woche sowie acht Stunden täglich begrenzt, Pausen nicht eingerechnet. Nach mehr als sechs ununterbrochenen Stunden erhält die beschäftigte Person eine einstündige Mittagspause und eine 20-minütige Teepause oder zwei Teepausen von je zehn Minuten. Beschäftigte erhalten im Allgemeinen 24 aufeinanderfolgende Stunden wöchentliche Ruhezeit, normalerweise sonntags. Sonntags- und Feiertagsarbeit ist grundsätzlich freiwillig und erfordert bei ihrer Ausübung einen entsprechenden Freizeitausgleich. Überstunden werden für die ersten vier Stunden mindestens mit 125 % und danach mindestens mit 150 % bezahlt. Sonntags- und Feiertagsarbeit wird mit mindestens 150 % vergütet. Jahresurlaub bei vollem Lohn entsteht mit 1,25 Arbeitstagen pro Monat in den Dienstjahren eins bis sechs, 1,75 Tagen monatlich in den Jahren sieben bis neunzehn, drei Tagen monatlich ab dem zwanzigsten Jahr, vier Tagen monatlich ab dem fünfundzwanzigsten und sechs Tagen monatlich ab dem dreißigsten Dienstjahr. Für landwirtschaftliche Betriebe kann eine andere Anwartschaft gelten. Urlaub wird normalerweise in einem Zeitraum oder einvernehmlich in höchstens zwei Teilen genommen. Das Urlaubsentgelt muss mindestens der durchschnittlichen Vergütung der vorangegangenen zwölf Monate entsprechen. Endet die Beschäftigung, bevor der volle Anspruch erworben wurde, wird die Zahlung anteilig berechnet. Nach mehr als drei Monaten ununterbrochener Beschäftigung kann eine beschäftigte Person pro Jahr 21 Arbeitstage Krankenurlaub bei vollem Lohn erhalten. Sie sollte den Arbeitgeber so bald wie möglich informieren. Ein ärztliches Attest ist erforderlich, wenn die Erkrankung in Port Vila oder Luganville länger als zwei Tage und anderswo länger als vier Tage dauert. Der Arbeitgeber kann auf eigene Kosten eine zweite ärztliche Untersuchung verlangen. Mutterschaftsurlaub umfasst sechs Wochen vor und sechs Wochen nach der Entbindung, insgesamt zwölf Wochen, bei 66 % des üblichen Lohns oder Gehalts. Liegt der voraussichtliche Entbindungstermin innerhalb von sechs Wochen, ist ein ärztliches Attest erforderlich. Für Nachtarbeit von Frauen gelten vorbehaltlich gesetzlicher Ausnahmen Beschränkungen; Geschlechterdiskriminierung und ungleicher Lohn für gleiche Arbeit sind verboten. Zwangs- oder Pflichtarbeit ist verboten. Arbeitgeber müssen sichere Arbeitsbedingungen schaffen, gefährliche Zustände beheben, die zuständigen Behörden über Unfälle und berufsbedingte Erkrankungen benachrichtigen sowie nach Bedarf Erste Hilfe und medizinische Einrichtungen bereitstellen. Die Health and Safety Unit bei DOLES unterstützt die Durchsetzung des Health and Safety Act. Industrielle Arbeit und Arbeit auf Schiffen sind für Kinder unter 15 Jahren im Allgemeinen verboten. Nachtarbeit von Personen unter 18 Jahren in Industriebetrieben ist eingeschränkt; für Arbeit von Personen über 16 Jahren kann nach den geltenden Regeln die schriftliche Zustimmung eines Arbeitsbeauftragten erforderlich sein. Beschäftigte können nach dem Trade Unions Act Gewerkschaften gründen und eintragen lassen. Dieses Gesetz regelt Registrierung, Gewerkschaftsregeln, Meldungen und Gewerkschaftsrechte; die Registrierungsgebühr beträgt 500 VT. Tarifverhandlungen und gewerkschaftliche Beschwerdeverfahren bieten Wege der Interessenvertretung am Arbeitsplatz. Kündigungsschutz kann gelten, wenn eine beschäftigte Person einer Gewerkschaft beitritt oder an ihr mitwirkt, als Beschäftigtenvertretung handelt, gutgläubig Beschwerde einlegt oder an einem Verfahren teilnimmt. Der Trade Disputes Act erfasst individuelle und kollektive Streitigkeiten. Beschäftigte können Unterstützung bei einem Arbeitsbeauftragten oder dem Arbeitskommissar suchen, eine Einigung oder Schlichtung versuchen und eine Schlichtungsurkunde erhalten. Kollektive Streitigkeiten können über eine Schlichterin oder einen Schlichter und anschließend an einen Schiedsausschuss und Schiedsspruch gehen. Für Streikankündigungen gilt im Allgemeinen eine Frist von 30 Tagen; der Minister kann verlangen, dass Arbeitskampfmaßnahmen für bis zu 60 Tage beendet oder verschoben werden. Für systemrelevante Dienste können zusätzliche Beschränkungen gelten. Ein Antrag beim Trade Dispute Tribunal erfolgt über das vorgeschriebene Formular und kann Registrierung, Terminierung, Gebührenzahlung, Konferenz oder Verhandlung und Entscheidung umfassen. Die offizielle Zielzeit beträgt ungefähr drei Monate; die tatsächliche Dauer kann variieren. Gerichtsverfahren können vertragliche oder gesetzliche Ansprüche, ungerechtfertigte Entlassung sowie verwaltungsgerichtliche Überprüfung und Berufungen im öffentlichen Dienst betreffen. Ein unmittelbares Äquivalent zum deutschen Arbeitsgericht gibt es nicht; DOLES-Schlichtung, Trade Dispute Tribunal und ordentliche Gerichte übernehmen die entsprechenden Funktionen. Tribunalgebühren und Gerichtskosten hängen vom Verfahren ab. Rechtsberatung ist besonders sinnvoll, wenn Vorschriften für den öffentlichen Dienst oder andere besondere gesetzliche Regelungen gelten. Ein befristeter Vertrag endet zum vereinbarten Termin, ein Stückarbeitsvertrag mit Abschluss der Arbeit. Bei einem unbefristeten Vertrag ist eine Kündigungsfrist erforderlich. Nach mindestens drei Jahren ununterbrochener Beschäftigung beträgt die Mindestfrist drei Monate. In anderen Fällen muss bei einem Zahlungsintervall von mindestens 14 Tagen die Kündigung mindestens 14 Tage vor Monatsende erfolgen; bei kürzerem Intervall beträgt die Mindestfrist mindestens ein Zahlungsintervall. Eine Abgeltung statt Kündigungsfrist kann zulässig sein. Die beschäftigte Person muss angemessene Freistellung erhalten, um eine andere Stelle zu suchen. Schweres Fehlverhalten kann eine Kündigung ohne Frist oder Kündigungsentschädigung rechtfertigen; die beschäftigte Person muss jedoch ausreichend Gelegenheit erhalten, auf den Vorwurf zu antworten. Fehlt diese Gelegenheit, kann die Kündigung ungerechtfertigt sein. Bei Misshandlung oder schwerwiegendem Vertragsbruch kann eine beschäftigte Person sofort kündigen und Kündigungsentgelt fordern. Eine Abfindung setzt im Allgemeinen mindestens zwölf Monate ununterbrochener Beschäftigung voraus. Sie kann bei Kündigung durch den Arbeitgeber, Ruhestand ab 55 Jahren, arbeitgeberseitiger Pensionierung oder ärztlich bestätigter Erkrankung oder Verletzung anfallen. Eine gutgläubige Eigenkündigung kann nach mindestens sechs Jahren anspruchsberechtigt sein. Die Grundzahlung beträgt im Allgemeinen einen Monatslohn je Beschäftigungsjahr, einschließlich eines anteiligen Betrags für einen Teil eines Jahres. Ausnahmen gelten für außerhalb Vanuatus angeworbene Beschäftigte, die dort nicht gewöhnlich ansässig sind, und für Beschäftigte, denen wegen schweren Fehlverhaltens gekündigt wurde. Bei ungerechtfertigter Beendigung kann ein Gericht bis zum Sechsfachen der Grundabfindung zusprechen. Jahresurlaub, Kündigungsentgelt, VNPF-Beiträge und Rückführung sind gesondert zu prüfen. Rückführung kann infrage kommen, wenn der gewöhnliche Wohnort der beschäftigten Person mehr als 50 Kilometer von der Arbeitsstelle entfernt liegt und der Arbeitgeber oder Vermittler den Transport dorthin organisiert hat. Das Arbeitsrecht gilt landesweit. Port Vila, Luganville und andere Orte unterscheiden sich vor allem darin, wann bei Krankenurlaub ein ärztliches Attest erforderlich ist. Auf abgelegenen Inseln kann die praktische Erreichbarkeit von DOLES, Gerichten und medizinischer Versorgung variieren. Saisonarbeit, private Beschäftigung und die Abgrenzung zwischen Privatwirtschaft und öffentlichem Dienst können daher den praktischen Ablauf verändern, obwohl der landesweite gesetzliche Rahmen gleich bleibt. Arbeitserlaubnisse, Einwanderung, Vermittlungswege, Steuern und Leistungen außerhalb des Arbeitsverhältnisses gehören zu anderen Rechtsgebieten, sofern sie nicht zum Verständnis einer arbeitsrechtlichen Folge nötig sind.
Arbeitsrecht in Vanuatu
Das Arbeitsrecht in Vanuatu regelt Verträge, Lohn, Arbeitszeit, Urlaub, Sicherheit, Vertretung, Streitigkeiten und Beendigung von Arbeitsverhältnissen. Landesgesetze legen die wichtigsten Rechte und Pflichten fest. DOLES, das Trade Dispute Tribunal und die Gerichte setzen unterschiedliche Teile des Systems durch.
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