Die Sprachenlandschaft Benins verbindet eine auf Französisch ausgerichtete amtliche schriftliche Kommunikation mit zahlreichen Sprachen, deren Verbreitung regional unterschiedlich ist. Französisch ist die einzige verfassungsmäßige Amtssprache. Englisch wird im Bildungssystem unterrichtet, hat nach dem untersuchten Rechtsrahmen jedoch keinen Status als Amtssprache des Staates. Die Nationalsprachen, auf Französisch langues nationales genannt, werden vor allem mündlich in Familien, Gemeinschaften, auf Märkten, in Kultur, Gesundheitsinformation und lokaler gesellschaftlicher Kommunikation verwendet. Die offizielle Erhebung EHCVM zu den Lebensbedingungen der Haushalte ordnet neben Französisch neun Sprachgruppen ein: Adja, Fon, Bariba/Batonum, Dendi, Yoa/Lokpa, Peulh/Fulfulde, Ditamari, Yoruba und autres. Dazu gehören unter anderem Adjagbé, Ouatchigbé, Gengbé, Fongbé, Gungbé, Boko, Boo, Djerma, Yom, Anii, Biali, Naténi, Waama, Ede Nago, Ede Idaca, Ifé, Zarma, Hausa und Cotimba. Die Zahl der Sprachen hängt von der Zählweise ab: Der öffentliche Rundfunkdienst SRTB nannte 2025 etwa 100, während manche wissenschaftliche Literatur rund 60 unterscheidet. Eine einheitliche aktuelle Gesamtzahl für das Land gibt es daher nicht. Gbe-, Adja-, Fon- und Yoruba-Varietäten sowie Baatonum, Dendi, Fulfulde, Ditamari, Yom, Waama, Biali und Mbelime gehören zu regionalen Sprachformen; die verfügbaren Gruppierungen legen ihre Dialektgrenzen nicht vollständig fest. Die vierte allgemeine Bevölkerungs- und Wohnungszählung RGPH4 erfasste 2013 in Frage P17 die hauptsächlich im Haushalt gesprochene Sprache der Einwohner ab drei Jahren. Sie misst daher nicht das vollständige mehrsprachige Repertoire. Die Alphabetisierungskategorien lauteten: nur Französisch, nur eine Nationalsprache sowie Französisch zusammen mit einer Nationalsprache. Diese Erhebung ist die jüngste ermittelte nationale Grundlage zur Sprachnutzung; ihre Aktualität ist daher stark eingeschränkt. Das Dekret 2008-576 bildet die Grundlage für das Alphabet national beziehungsweise nationale Alphabet, das beim Schreiben verwendet wird. Die sechste Ausgabe enthält 20 Alphabeteinträge, darunter Varianten für Yoruba, und gilt für beninische Sprachen. Französisch bleibt die schriftliche Standardsprache in Regierungsdokumenten. Nach dem untersuchten Rechtsrahmen sind Nationalsprachen im Allgemeinen keine gleichwertigen Verwaltungssprachen. Kommunen und Einrichtungen können sie mündlich, zur Sensibilisierung oder in der Gemeinschaftspraxis nutzen; ein allgemein durchsetzbarer Anspruch auf Behördendienstleistungen in einer gewünschten lokalen Sprache ist nicht belegt. Das Bildungsgesetz Loi 2003-17, Artikel 8, sieht Französisch, Englisch und Nationalsprachen als Unterrichtssprachen vor. Nationalsprachen können zunächst als Fach unterrichtet und später als Unterrichtssprache verwendet werden. Für die Vorschulbildung ist eine Kombination aus Französisch, Englisch und der meistgesprochenen lokalen oder einer anderen geeigneten Sprache vorgesehen. Die Direktion für Alphabetisierung und Förderung der Nationalsprachen (DAPLN) fördert den geregelten Einsatz von Nationalsprachen auch in der Sekundarbildung, garantiert aber keine gleichmäßige Verteilung aller Sprachen auf alle Schulen. Alphabetisierung wird durch öffentliche Zentren und Kampagnen angeboten. Die zuständige Direktion verantwortet Alphabetisierung, Erwachsenenbildung, Forschung, die Entwicklung von Schriftsystemen, Förderung und Unterstützung der Gemeinschaften. Für 2022/23 wurden 168 Zentren gemeldet. Die Bewertung des Programms PAGEDA 2 aus dem Jahr 2024 verzeichnete 17.277 Lernende in 662 Zentren in Borgou, Alibori, Atacora und Donga. Dort wurden 13 Sprachen verwendet: Batonum, Fulfulde, Dendi, Boo, Naténi, Biali, Ditamari, Yom, Lokpa, Yoruba, M’bèlimè, Waama und Anii. Diese Zahlen beschreiben abgeschlossene oder bewertete Programmphasen, nicht die aktuelle landesweite Kapazität. Der Leistungskatalog nennt für diese Angebote keine festen Kosten oder besonderen Dokumente; als Bearbeitungszeit ist «Sans délai» angegeben, während Alphabetisierungskurse während einer Kampagne stattfinden. Welche Sprache angeboten wird, hängt vom Zentrum und dem jeweiligen Programm ab. Auch der öffentliche Rundfunk ist mehrsprachig. Der öffentliche Sender besteht seit 2023, Radio Bénin Alafia seit 2015. Ein öffentlicher Sprachendienst deckt 18 Nationalsprachen mit täglichen Nachrichten- und Magazinsendungen ab. Reichweite und tatsächliche Abdeckung müssen für den jeweiligen Ort geprüft werden. Die Kulturcharta Loi 91-006, Artikel 17 und 21, stuft Nationalsprachen als Träger kultureller und gesellschaftlicher Entwicklung ein und sieht ihre schrittweise Einführung in die Bildung vor. Die digitale Bibliothek und ihre Online-Dokumente ergänzen diese Angebote. Für Verwaltung, Schule, Medienzugang oder Gesundheitsinformationen bedeutet dies meist eine Verbindung zwischen Französisch und einer lokal verfügbaren Sprache, keine einheitliche Sprachlösung für das ganze Land.
Sprache in Benin
Französisch ist die einzige verfassungsmäßige Amtssprache Benins und prägt Regierungsdokumente, Verwaltung, Bildung und Diplomatie. Daneben werden viele Nationalsprachen verwendet, darunter Fon, Adja, Yoruba, Bariba/Batonum, Dendi, Fulfulde und Ditamari; viele Menschen sind mehrsprachig. Lokale Sprachen erleichtern den Zugang zu mündlichen Informationen, Bildung, Kultur und gesellschaftlicher Teilhabe, ersetzen aber in der Regel nicht das Französische in der amtlichen schriftlichen Kommunikation. Welche Sprachen verfügbar sind, hängt von der Region, der Einrichtung und dem Programm ab.
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