Kinder besuchen die Vorschule häufig im Alter von drei bis fünf Jahren. Sie durchlaufen dort die petite section, moyenne section und grande section. Die Grundschule beginnt gewöhnlich mit sechs Jahren und dauert fünf Jahre: 1re année beziehungsweise cycle préparatoire, 2e und 3e années beziehungsweise cycle élémentaire sowie 4e und 5e années beziehungsweise cycle moyen. Am Ende der Grundschule stehen das Grundschulabschlusszeugnis Certificat d’études primaires (CEP) und ein Schulzeugnis. Für den Übergang zum collège werden üblicherweise das Schulzeugnis und das CEP herangezogen. Gesetz N°21/2011 sieht die Abschaffung der concours d’entrée en 6e, der Aufnahmeprüfung für die 6e, vor; die für das jeweilige Jahr geltenden Durchführungsregeln sollten geprüft werden. Die allgemeine Sekundarbildung hat zwei Stufen. Das vierjährige collège führt zum Brevet d’études du premier cycle (BEPC), dem Abschlusszeugnis des ersten Sekundarzyklus. Anschließend bietet das lycée den Sekundarabschlusszyklus an, der in der Regel drei Jahre dauert und zum Baccalauréat führt. Selektive Schulen können zusätzliche Leistungsgrenzen festlegen: Das Lycée scientifique verlangt das BEPC und mindestens 12/20 in den Naturwissenschaften; das Lycée National d’Excellence verlangt das BEPC und einen Notendurchschnitt von mindestens 14/20. Technische und berufliche Bildungsgänge gehören zur Berufsbildung und nicht zu diesem allgemeinen Schulweg. Das Ministère de l’Éducation Nationale, de l’Instruction civique et de la Formation professionnelle koordiniert das Bildungssystem auf nationaler Ebene. Provinzakademien und Schulaufsichten übernehmen die örtliche Verwaltung; auch Gemeinden und private Anbieter beeinflussen den Zugang und den Schulalltag. Die Einschreibung an öffentlichen Schulen ist nach dem Kindergesetz gebührenfrei; die Schulgebühren für Grund- und Sekundarschulen sollen seit 2023 abgeschafft sein. Das bedeutet nicht, dass Lernmittel, Fahrtkosten, Mahlzeiten, Uniformen, Internatsunterbringung oder andere Beiträge kostenlos sind. Gebühren privater Schulen unterscheiden sich nach Schultyp und Ort. Sekundarschulstipendien und Zulagen wurden wieder eingeführt; aktuelle Anspruchs- und Antragsbekanntmachungen müssen geprüft werden. Die gesetzlichen Altersvorschriften stimmen in den verfügbaren Texten nicht vollständig überein. Gesetz N°21/2011 nennt einen Zugang im Alter von drei bis 16 Jahren, das Kindergesetz von 2018 Vorschule im Alter von null bis fünf Jahren und Schulbesuch von fünf bis 16 Jahren, während Gesetz N°16/66 kostenlosen und verpflichtenden Schulbesuch von sechs bis 16 Jahren beschreibt. Wird über Alter, Aufnahme oder Schulpflicht gestritten, sollte die aktuelle Auslegung deshalb bei der zuständigen Bildungsbehörde oder örtlichen Schulaufsicht bestätigt werden. Schulen können eine Kantine, Krankenstation, Toiletten, ein Dokumentations- und Informationszentrum sowie Sportflächen haben. Die Verfügbarkeit von Wasser, sanitären Einrichtungen, Lehrkräften und Lernmaterialien ist jedoch weiterhin uneinheitlich. Die berichtete Nettobesuchsquote liegt bei etwa 98 % in der Grundschule, 55 % in der unteren Sekundarstufe und 16 % in der oberen Sekundarstufe; die Abschlussquoten sind in der Sekundarstufe deutlich niedriger. Benachteiligung im ländlichen Raum, Klassenwiederholungen, Gewalt in der Schule, Schwangerschaften sowie fehlende Lehrkräfte oder Materialien können den Schulbesuch unterbrechen. Learning Passport hat 27 Schulen in neun Provinzen und etwa 6.700 Schülerinnen und Schüler erreicht, ersetzt jedoch keine reguläre landesweite Schulversorgung. Sonderpädagogische Angebote sind vorhanden, aber zersplittert. Dazu gehören unter anderem ENEDA und das Centre Ndossi & Akomgha. Kinder, die gehörlos, blind oder sehbehindert sind oder eine geistige Behinderung haben, haben außerhalb von Libreville wesentlich weniger Schulmöglichkeiten. Gabunische Vorschriften sehen Barrierefreiheit und Schutz vor körperlicher Bestrafung, Gewalt und Erniedrigung vor; eine verlässliche landesweite Inklusionsquote oder ein einheitliches Aufnahmeverfahren gibt es jedoch nicht. Ein Behindertenausweis kann je nach geltenden Regelungen Ermäßigungen auf Schulgebühren, Fahrtkosten oder medizinische Leistungen ermöglichen. Im überarbeiteten Kalender 2025–2026 begann der Unterricht nach der Unterbrechung am 19. Januar 2026 wieder. Der reguläre Unterricht lief vom 30. März bis zum 31. Juli; in Klassen ohne Prüfungen endete er bis zum 20. Juni. Das CEP war für den 16. Juni mit Ergebnissen am 27. Juni angesetzt, das BEPC für den 23. bis 27. Juni mit Ergebnissen am 11. Juli und das allgemeine Baccalauréat für den 14. bis 18. Juli mit Ergebnissen am 25. Juli. Für 2026–2027 war die Rückkehr des Verwaltungspersonals für den 31. August 2026 und die Rückkehr der Schülerinnen und Schüler für den 7. September 2026 vorgesehen.
Schule in Gabun
Das Schulwesen in Gabun umfasst die Vorschule, fünf Jahre Grundschule und die Sekundarstufen bis zum Baccalauréat. Französisch ist die Unterrichtssprache. Landessprachen und Englisch werden ab der Vorschule eingeführt; eine zweite Fremdsprache beginnt im Allgemeinen ab der 6e. Es gibt öffentliche sowie private säkulare und konfessionelle Schulen. Zugang, Personal und Ausstattung unterscheiden sich jedoch stark zwischen städtischen und ländlichen Gebieten.
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