Das Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei und ländliche Entwicklung (MAPDR) ist über die Direcção da Pecuária die wichtigste nationale Behörde für Tierangelegenheiten. Auch regionale und bezirkliche Delegationen, örtliche câmara-Behörden, Polizei, Grenzposten, Hafen und Flughafen können beteiligt sein. Auf Príncipe ist die Delegação da Agricultura e Pecuária die zuständige örtliche Landwirtschafts- und Viehzuchtbehörde. Halter sollten das Tier eindeutig mit einem Eigentumsnachweis und Identifikationsangaben verknüpfen können. Für Tiere, die innerhalb des Landes gehalten werden, ist keine allgemeine Mikrochip-Pflicht verlässlich dokumentiert. Halter können zivilrechtlich für Schäden gegenüber Dritten haften, auch wenn das Tier nicht unmittelbar unter ihrer Kontrolle war. Unkontrolliertes Herumlaufen domestizierter Tiere ist verboten. Ein nicht gekennzeichnetes, frei umherlaufendes Tier kann als animal divagante eingestuft werden, also als Tier, das ohne angemessene Kontrolle oder Kennzeichnung herumstreunt. Polizei, Veterinärbehörden oder die câmara können solche Tiere einfangen. Bei aggressiven oder gefährlichen Tieren oder bei Krankheitsverdacht können die Behörden besondere Maßnahmen ergreifen. Der Código da Pecuária verbietet das Zufügen von Leid und verlangt, Schlachtungen mit möglichst wenig Leiden durchzuführen. Nicht genehmigte Tierversuche gelten als Tierquälerei oder Misshandlung; das Decreto-Lei 07/2019 legt Grundsätze zum Tierschutz fest. Kranke Tiere dürfen weder gekauft noch getauscht noch verschenkt werden. Versteckte Mängel können zudem Ansprüche nach Zivil- und Handelsrecht begründen. Diagnosen, Behandlungen, Operationen, Verschreibungen und Gesundheitsbescheinigungen sind einem Médico veterinário, also einer zugelassenen Tierärztin oder einem zugelassenen Tierarzt, vorbehalten. Für öffentliche Veterinärdienste sind qualifiziertes Personal und eine schriftliche Genehmigung des Ministeriums erforderlich. Private tierärztliche Tätigkeit setzt nach Rücksprache mit der Direcção da Pecuária eine schriftliche Genehmigung voraus. Bis es eine eigene Berufsorganisation gibt, registrieren sich Tierärzte bei der Direcção da Pecuária. Tierarzneimittel sind verschreibungspflichtig. Für öffentliche Leistungen gelten Gebühren nach einem Ministerialtarif; private Gebühren, Notfallverfügbarkeit und konkrete Haustierpreise sind nicht durchgehend veröffentlicht. Die Associação Amigos dos Animais de São Tomé e Príncipe (AMA) unterstützt die örtliche Versorgung teilweise. Die gemeinnützige Organisation ist seit Oktober 2018 tätig. AMA und VSF Portugal haben Kampagnen zu Impfungen, Entwurmungen, Sterilisation oder Kastration, weiterer Tiergesundheit und öffentlicher Aufklärung dokumentiert. Der Zugang hängt von örtlicher Kapazität, Partnerschaften und Finanzierung ab, nicht von einem einheitlichen nationalen Angebot. Die Einfuhr oder Reise mit einem Haustier muss mit der Direcção da Pecuária und dem Beförderungsunternehmen geplant werden. Tiere müssen über einen zugelassenen Grenzübergang einreisen. Das Herkunftsland muss eine Untersuchung durch einen amtlichen Tierarzt und ein internationales Tiergesundheitszeugnis veranlassen; die zuständige Behörde soll mindestens 10 Tage vor der Ankunft benachrichtigt werden. Die Veterinärbehörde kann Quarantäne, klinische Beobachtung oder Tests anordnen. Ist ein Tier krank oder das Zeugnis ungültig, können die Behörden eine Rücksendung, Schlachtung oder Tötung anordnen. Die Kosten trägt der Halter oder Importeur. Der Transport muss geeignet, sicher, sauber, desinfiziert und belüftet sein, bei Bedarf die Tierarten trennen und ausreichend Platz sowie Fütterungsmöglichkeiten bieten. Die Einfuhrvorschriften von 2015 sehen eine Quarantäne vor, wenn zuvor kein schriftlicher Antrag bei der Direcção da Pecuária gestellt wurde. Bei einer Krankheit können die Behörden die sofortige Zurückweisung oder Rücksendung, Schlachtung, Verbrennung oder Vergrabung anordnen. Ein Portugal-spezifisches Formular der DGAV verlangt einen Mikrochip, eine Tollwutimpfung ab einem Alter von drei Monaten, eine Gültigkeit der Erstimpfung nach 21 Tagen, einen Tollwut-Antikörperwert von mindestens 0,5 IU/ml bei einer Blutentnahme frühestens 30 Tage nach der Impfung, eine klinische Untersuchung und ein 10 Tage gültiges Zeugnis. Diese Portugal-spezifischen Bedingungen gelten nicht automatisch für Tiere aus anderen Ländern. Die aktuellen Anforderungen sollten bei der Direcção da Pecuária, der zuständigen Botschaft und dem Beförderungsunternehmen bestätigt werden. Der Tarif von 2019 nennt für die Einfuhr anderer lebender Säugetiere STN 200 je Tier und für deren Ausfuhr STN 20 je Tier; Hunde und Katzen werden darin nicht gesondert eingeordnet. Tierarztkosten, Quarantäne, Tests, Transport, Rücksendung und Tötung können daher unterschiedlich ausfallen. Ein verlässlich dokumentiertes landesweites Verfahren zur Abgabe von Tieren, ein kommunales Tierheimsystem oder einheitlicher Vermittlungsprozess bestehen nicht. Bei einem ausgesetzten, gefundenen oder streunenden Tier sind AMA oder eine andere Tierschutzgruppe, ein Tierarzt, die Polizei oder die örtliche câmara praktische Anlaufstellen.
Haustiere in São Tomé und Príncipe
Die Haltung von Haustieren, vor Ort als animais de companhia bezeichnet, in São Tomé und Príncipe bringt Verantwortung für das Tier, seine artgerechte Behandlung und tierärztliche Versorgung sowie für Vorschriften zu Bewegung und Einfuhr mit sich. Der nationale Rechtsrahmen besteht, doch die alltäglichen Angebote sind zersplittert: Für ein nationales Haustierregister, ein öffentliches Tierheimnetz oder ein zentrales Adoptionsportal gibt es keine verlässlichen Belege. Besonders relevant sind Hunde und Katzen; die Versorgung erfolgt durch öffentliche Veterinärdienste, private Tierärzte und gemeinnützige Tierschutzarbeit.
VivAVia kann Fehler machen. Überprüfe wichtige Informationen.

