Das Statistikamt Vanuatus ermittelte in der Arbeitskräfteerhebung 2025 eine Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter von 211.922 und 105.491 Erwerbspersonen. Das weiter gefasste Maß LU4 zur Unterauslastung der Arbeitskräfte, das Arbeitslosigkeit und andere Formen ungenutzter Arbeitskapazität umfasst, betrug 24,6 %. Unter den 15- bis 24-Jährigen waren 44,3 % weder beschäftigt noch in Bildung oder Ausbildung; dafür wird häufig die Bezeichnung NEET verwendet. Subsistenzproduktion betraf 60,3 % der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter, sodass Lohnarbeitszahlen nicht die gesamte wirtschaftliche Tätigkeit der Haushalte abbilden. Die Haushaltseinkommens- und Ausgabenerhebung von 2019 zählte 84.859 beschäftigte Menschen oder 46,3 % der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter. Die Beschäftigungsstruktur bestand zu 49,4 % aus Dienstleistungen, zu 37,3 % aus Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei sowie zu 8,9 % aus Industrie. Qualifizierte landwirtschaftliche Arbeit machte 37,0 % der Berufe aus, Dienstleistungs- und Verkaufstätigkeiten 18,9 %, Fachberufe 8,4 %, Leitungsfunktionen 6,4 % und Handwerk 6,4 %. Beschäftigte stellten 46,7 % der Arbeitskräfte, Selbstständige ohne Beschäftigte 44,0 %, Arbeitgeber 2,9 % und mithelfende Familienangehörige 1,8 %. Die durchschnittliche berichtete Arbeitszeit lag bei 33,1 Stunden pro Woche. Nur 41,2 % der Arbeitskräfte machten Angaben zum Lohn; die gemeldeten Beschäftigtenlöhne konzentrierten sich überwiegend auf 20.000 bis 60.000 VT monatlich. Die Zahlen von 2019 und 2025 sind wegen unterschiedlicher Erhebungen und Definitionen nicht direkt als Trend zu lesen. Die formelle Arbeitskräftenachfrage konzentriert sich auf Port Vila und Shefa sowie Luganville und weitere Teile von Sanma. 2019 betrug die Erwerbsbeteiligung 61,6 % in Port Vila und 59,5 % in Luganville, verglichen mit 46,8 % in Malampa, 40,8 % in Sanma, 39,7 % in Penama, 32,3 % in Torba und 30,3 % in Tafea. Shefa außerhalb Port Vilas verzeichnete 66,8 %. In Städten betrug die Erwerbsbeteiligung 61,2 %, in ländlichen Gebieten 45,9 %. Auf dem Land lag sie bei Frauen bei 41,3 % und bei Männern bei 50,5 %. Äußere Inseln sind stärker auf Subsistenzproduktion, informelle Tätigkeiten und lokale Netzwerke angewiesen. Landwirtschaft, Fischerei, Forstwirtschaft, Kava, Kopra, Kakao und Rinderhaltung sind weiterhin wichtige Tätigkeitsbereiche. Tourismus und Gastgewerbe, Handel, Verkehr, Bauwesen und öffentliche Dienste bieten weitere bedeutende Arbeitsmöglichkeiten. Vor COVID-19 trug der Tourismus etwa 24,6 % zum Bruttoinlandsprodukt bei. Die Nachfrage im Tourismus ist daher eine wichtige Beschäftigungsquelle und zugleich stark externen Schocks ausgesetzt. Klimaverhältnisse, Katastrophen und Verkehrsanbindung beeinflussen ebenfalls die Arbeitsmöglichkeiten, besonders außerhalb der größeren Städte. Qualifikationen beeinflussen den Zugang zu formeller Arbeit. 2019 hatten 75,1 % der Erwerbspersonen höchstens Grundschulbildung, 20,1 % Sekundarbildung und 4,2 % tertiäre Bildung. Die Erwerbsbeteiligung stieg von 25,7 % bei Menschen mit höchstens Grundschulbildung auf 49,9 % mit abgeschlossener Grundschule, 58,0 % mit Sekundarbildung und 79,2 % mit tertiärer Bildung. Die Vanuatu Qualifications Authority, kurz VQA, reguliert den Vanuatu National Qualifications Framework und Qualitätsstandards für Bildung und Ausbildung nach der Schule. Anbieter akkreditierter Kurse benötigen eine VQA-Registrierung. Eine aktuelle VQA-Bestandsaufnahme nennt 14 registrierte Anbieter und 13 akkreditierte Kurse. Vanuatu Skills Partnership und Skills Centres bieten flexible, kombinierte sowie gemeinschafts- oder unternehmensbasierte Ausbildung. Provincial Government Training Boards und der National Skills Development Fund können Ausbildung unterstützen; Gebühren und Kofinanzierung hängen jedoch von Anbieter und Kurs ab. Ein Abschluss garantiert weder eine Stelle noch Selbstständigkeit. Das Department of Labour and Employment Services, kurz DOLES, gehört zum Ministry of Internal Affairs. Seine Employment Service Unit unterstützt die Vermittlung im Inland und Wege der Arbeitsmobilität, darunter Australiens PALM-Programm, Neuseelands RSE-Programm und verwandte Saisonprogramme. Employment Services Vanuatu unterstützt Arbeitssuchende, junge Menschen, Hochschulabsolventen und zurückkehrende Beschäftigte. Das Employment Vanuatu Portal bietet Arbeitgebern und Arbeitssuchenden kostenlose Online-Vermittlung. Auf vielen Inseln finden Menschen außerdem über Familie, Dörfer, Chiefs, Kirchen und persönliche Kontakte Arbeit. Eine zuverlässige Abdeckung von Stellenangeboten auf allen äußeren Inseln ist nicht belegt; eine Online-Suche zeigt daher möglicherweise nicht den gesamten lokalen Arbeitsmarkt. Staatsangehörige Vanuatus können über Arbeitgeber, Employment Services Vanuatu und das Employment Vanuatu Portal im Inland Arbeit suchen. Die Beschäftigung von Nichtstaatsangehörigen ist nach dem Labour (Work Permit) Act arbeitgebergesponsert; DOLES prüft zunächst, ob eine entsprechend qualifizierte ni-vanuatuische Arbeitskraft verfügbar ist. 2025 kostete eine befristete Arbeitserlaubnis bis zu vier Monate 60.000 VT, eine Befreiung für bis zu einen Monat 30.000 VT. Ein älteres Verfahren des Arbeitsministeriums nannte eine Bearbeitungszeit von etwa einer Woche, je nach Fall. Saisonale Anwerbung läuft über lizenzierte Vermittler oder Erlaubnisinhaber; der DOLES-Verhaltenskodex verbietet, Beschäftigten für eine Stelle eine Vermittlungsgebühr zu berechnen. Die National Labour Mobility Policy 2024–2027 betrachtet Auslandsarbeit als Teil der Arbeitsmarktstrategie Vanuatus und befasst sich mit Wohlergehen der Beschäftigten, zirkulärer Migration, Wiedereingliederung, Anwerbungsunterlagen und Dezentralisierung in sechs Provinzen. Im November 2025 waren etwa 7.115 ni-vanuatuische Beschäftigte im PALM-Programm Australiens registriert; kurzfristige Einsätze können bis zu neun Monate und langfristige ein bis vier Jahre dauern. Neuseelands RSE-Programm gilt für berechtigte Arbeitskräfte aus pazifischen Ländern im Garten- und Weinbau während der Saison vom 1. Juli bis 30. Juni, vorbehaltlich Zuteilung und einer Anwerbungsvereinbarung. Auslandsarbeit kann Haushaltseinkommen und Kompetenzen erhöhen, zugleich aber im Inland Fachkräftemangel und Schutzrisiken verursachen. Der geltende Mindestlohn beträgt 300 VT pro Stunde, entsprechend 52.800 VT bei der gesetzlichen Berechnung mit 22 Tagen und acht Stunden täglich. Die normale Arbeitszeit beträgt höchstens acht Stunden am Tag und 44 Stunden pro Woche. Seit dem 1. Januar 2026 beträgt der Beitrag zum Vanuatu National Provident Fund zwölf Prozent, zu gleichen Teilen von Beschäftigten und Arbeitgebern getragen. Der Pflichtbeitrag gilt im Allgemeinen für Beschäftigte im Alter von 14 bis 55 Jahren mit mindestens 3.000 VT Monatseinkommen; Selbstständige und informell Beschäftigte können freiwillig beitreten. Jahresurlaub beträgt in den Dienstjahren eins bis sechs 1,25 Tage pro Monat und in den Jahren sieben bis neunzehn 1,75 Tage pro Monat. Nach mehr als drei Beschäftigungsmonaten stehen 21 Arbeitstage Krankenurlaub zu. Der Mutterschaftsurlaub umfasst sechs Wochen vor und sechs Wochen nach der Geburt bei 66 % Lohnfortzahlung. Eine Abfindung gilt häufig nach zwölf Monaten, wenn ein gesetzlich anerkannter Beendigungsgrund vorliegt; eine gutgläubige Eigenkündigung kann nach sechs Jahren anspruchsberechtigt sein. Beschäftigte können sich mit Beschwerden an einen Arbeitsbeauftragten wenden. Das Verfahren kann Beilegung, Schlichtung, Schiedsverfahren oder Gerichtsverfahren umfassen. DOLES bearbeitet außerdem Inspektionen, Arbeitssicherheit und Arbeitsbeziehungen. Die National Employment Policy 2025–2030 setzt Schwerpunkte auf gute Arbeitsplätze, junge Menschen, Frauen, Menschen mit Behinderungen, technische und berufliche Bildung, informelle Arbeit, sozialen Schutz und Arbeitsmobilität. Diese Prioritäten spiegeln einen Arbeitsmarkt wider, in dem formelle Kennzahlen nur einen Teil der ausgeübten Arbeit erfassen und Standort, Kompetenzen, Geschlecht, Verkehrsanbindung und Auslandsarbeit die verfügbaren Möglichkeiten stark beeinflussen.
Arbeitsmarkt in Vanuatu
Der Arbeitsmarkt Vanuatus verbindet einen formellen Lohnsektor mit einer großen informellen Wirtschaft und Subsistenzwirtschaft. Laut Arbeitskräfteerhebung von 2025 waren 49,8 % der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter erwerbstätig oder auf Arbeitssuche, die Arbeitslosenquote betrug 4,5 % und 58,5 % der beschäftigten Menschen arbeiteten informell. Zugang und Einkommen unterscheiden sich zwischen Port Vila, Luganville, ländlichen und äußeren Inselgemeinden sowie nach Branche, Qualifikation und Geschlecht.
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